Stadtführung mit dem mittelalterlichen Töpfer Wibo

Wilfried BochMosbach hat nachweislich eine fast 1200jährige Geschichte. In dieser langen Zeit gab es natürlich viele Auf- und Abs. Das 15. Jahrhundert hat jedoch einen ganz besonderen Stellenwert erlangt. Von 1410 bis 1499 war Mosbach eine eigene Pfalz.

Kurfürst Ruprecht III. teilte testamentarisch die große Kurpfalz auf seine 4 Söhne auf. Otto, der jüngste Sohn, erhielt 20jährig 1410 Mosbach mit einigem drum herum. Er residierte in der Burg, die erhöht am Rande der Stadt liegt. Als er 40 Jahre alt war heiratete er die 16jährige Prinzessin Johanna. Sie gebar ihm in 14 Jahren 9 Kinder und starb mit 31 Jahren 1444.

Als seine Familie wuchs, baute Otto neben die Burg ein großes Wohnhaus und baute die Burg zum Schloss aus. Mosbach erlebte einen wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Aufschwung. Die Klosterkirche, die anscheinend gerade durch einen Neubau ersetzt worden war, wurde in großem Stil als künftige Kirche und Grabstätte der Familie Ottos aus- und weitergebaut.

Der älteste Sohn Otto führte die Pfalz Mosbach nach dem Tod seines Vaters ab 1464 fort. Daher gibt es in Mosbach einen Otto I., der Ältere und Otto II., der Jüngere.
Allerdings starb Otto II. ehe- und kinderlos, so dass die Pfalz Mosbach 1499 wieder an die Kurpfalz und die Heidelberger Linie zurückfiel.

Diese Zeit des 15. Jahrhunderts greift der fiktive Töpfer auf. Er kommt aus Freiburg und spricht alemannischen Dialekt. In seinem Rundgang in mittelalterlicher Kleidung zeigt Wibo die Dinge der Stadt, die aus dem 15. Jahrhundert stammen: die zweifache Kirche, das Grabmal der Johanna, das Hospital, das Handwerker-Viertel, das Salzhaus, Reste der Stadtmauer und erklärt die Situation der Handwerker insbesondere der Töpfer, der Bürger sowie die Herrschaftsverhältnisse in der damaligen Zeit.

Der Abschluss dieser lebhaften Stadtführung bildet der Besuch der ehemaligen Nikolauskapelle im Rathausturm und die Legende vom Mosbacher Lumpenglöckle.

Auch diese sehr interessante und unterhaltsame Stadtführung kann man über die Touristinformation Mosbach buchen.
Telefon: 06261/91880